Das zeichnet uns aus


Das Hospitationsprogramm an Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises der Robert-Bosch-Stiftung
Wir wollen uns ständig verbessern und haben uns deshalb für das Hospitationsprogramm beworben, denn am Anfang von Entwicklungsprozessen stehen oft persönliche Begegnungen. Eine Hospitation an einer Preisträgerschule des Deutschen Schulpreises gibt uns Denkanstöße, Ideen und Handlungsempfehlungen, die wir für Veränderungen in der eigenen Schule und im eigenen Unterricht nutzen können. Das Hospitationsprogramm bietet uns die Möglichkeit, unseren Erfahrungshorizont und unser Wissen über Schulentwicklung zu erweitern und uns mit Kolleg*innen aus innovativen Schulen zu vernetzen. 

Im Rahmen des Programms hospitieren wir im Tandem fünf Tage lang an einer Preisträgerschule unserer Wahl. Während dieser Woche lernen wir den Schulalltag kennen: durch Besuch des Unterrichts, Gespräche mit dem Kollegium und die Teilnahme an Konferenzen oder Veranstaltungen. Zum Abschluss des Hospitationsprogramms nehmen wir am zweitägigen Perspektivtreffen teil. Dort erhalten wir fachliche Inputs zur Schulentwicklung und tauschen uns zu Fragen der Implementierung an der eigenen Schule aus.  Wir freuen uns sehr, für das Schuljahr 2022/23 für das Hospitationsprogramm ausgewählt worden zu sein. Im Herbst 2022 dürfen wir zu zweit an der Waldschule Flensburg hospitieren und danach in Berlin am Perspektivtreffen teilnehmen.

JeKits

„JeKits – Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“ ist ein kulturelles Bildungsprogramm in Grund- und Förderschulen des Landes Nordrhein-Westfalen. Durchgeführt wird JeKits in Kooperation von außerschulischen Bildungspartnern, bei uns die Musikschule der Stadt Lüdenscheid. JeKits hat drei alternative Schwerpunkte: Instrumente, Tanzen oder Singen. Wir haben uns für den Schwerpunkt „Instrumente“ entschieden. Im Schwerpunkt Instrumente ermöglicht JeKits den Kindern das gemeinsame Musizieren von Anfang an als künstlerisch-ästhetische Erfahrung, verbunden mit einem fundierten Einstieg ins Instrumentalspiel. Dabei nutzen die Kinder Instrumente als Ausdrucks- und Gestaltungsmittel.

Das erste JeKits-Jahr
Das erste JeKits-Jahr bietet allen Kindern einer Klasse eine musikalische Grundbildung als Einstieg in das gemeinsame Musizieren. Sie entdecken spielerisch die Welt der Musik und der Instrumente. Dabei wird gesungen, getanzt und auf verschiedenen Instrumenten musiziert. Die Instrumente, die für das zweite JeKits-Jahr zur Auswahl stehen, können selbst ausprobiert werden. Am Ende des ersten JeKits-Jahres können sich die Kinder für eine Teilnahme am zweiten JeKits-Jahr entscheiden und eines der an ihrer Schule angebotenen Musikinstrumente auswählen. Das kann zum Beispiel die Gitarre, die türkische Bağlama, die Geige oder die Trompete sein. Jedes Kind erhält eine Unterrichtsstunde pro Woche im Klassenverband. Der Unterricht wird von einem Tandem bestehend aus einer Lehrkraft der Grundschule und einer Lehrkraft des außerschulischen Bildungspartners (z. B. der Musikschule) erteilt.

Ab dem zweiten JeKits-Jahr baut der Unterricht auf die im ersten JeKits-Jahr gelernten Inhalten auf. Die Kinder musizieren von Beginn an gemeinsam mit den anderen angemeldeten Kindern im „JeKits- Orchester“. Nach und nach werden die selbst gewählten Instrumente in das gemeinsame Musizieren eingebunden. Es werden Lieder und Stücke gespielt und improvisiert, mit wenigen Tönen begleitet und neu arrangiert. Die Kinder treten in einen künstlerischen Austausch untereinander. Dabei bringt sich jedes Kind mit seiner Persönlichkeit in die Gruppe ein. Zum Spiel im JeKits-Orchester kommt eine weitere Unterrichtsstunde hinzu, in der in Kleingruppen unterrichtet wird. Hier erweitern die Kinder ihre Fertigkeiten am Musikinstrument. Am Ende des Schuljahres gestalten sie eine Vorführung für Schule, Eltern, Verwandte und Freunde. Jedes Kind erhält eine Unterrichtsstunde im JeKits-Orchester und eine Unterrichtsstunde in einer Instrumentalgruppe. Der Unterricht wird von Lehrkräften des außerschulischen Bildungspartners
erteilt. Die Teilnahme ist freiwillig und kostenpflichtig und bedarf einer Anmeldung.

Klassenrat
Im Klassenrat gestalten die SchülerInnen einer Klasse ihr Zusammenleben: Sie diskutieren und entscheiden über ihre Anliegen, sie planen Aktivitäten und setzen sie um, sie streiten und vertragen sich. Was sonst in jeder Klasse nebenbei abläuft, findet im Klassenrat seinen festen Platz. So führt der Klassenrat zu einem bewussteren Zusammenleben, fördert die Gemeinschaft der Klasse und schafft ein positives Lernklima. Die SchülerInnen trainieren im Klassenrat ihre Kommunikationsfähigkeiten und erwerben Sozialkompetenzen: Aktiv zuhören, frei vor anderen sprechen, fair miteinander diskutieren, sich eine eigene Meinung bilden und sie vertreten, Verantwortung für sich und andere übernehmen, Perspektiven wechseln, Aufgaben gerecht werden, demokratische Entscheidungen mittragen. So lernen die SchülerInnen im Klassenrat für ihr ganzes Leben. Sie lernen von klein auf, demokratisch zu handeln: In der Gruppe diskutieren sie ihre Anliegen und lösen Probleme, akzeptieren Mehrheitsmeinungen und achten Minderheiten. Sie erleben, wie Diskussions- und Entscheidungsprozesse funktionieren. So lernen die SchülerInnen im geschützten Rahmen des Klassenrats, selbst Demokratie zu gestalten.

Streitschlichter
Streit, Zwist und Konflikte gehören zum (Schul-)Alltag. In den meisten Fällen müssen Lehrer dafür sorgen, dass aufgebrachte Kinder irgendwie den Streit beilegen. Wenn aber Schulkameraden bei Streitigkeiten vermitteln können, ist die Wirkung meist viel nachhaltiger. Deshalb bilden wir unsere Grundschüler zu Streitschlichtern aus. In 12 Trainingseinheiten lernen die Kinder durch gezielte Übungen, Rollenspiele und ein eigenes "Handbuch für StreitschlichterInnen", eigenständig eine Mediation zu leiten. Mediation bedeutet Vermittlung und ist ein Verfahren zur Konfliktlösung. Ein Mediator ist als unparteiischer Dritter bei der Konfliktlösung behilflich, d.h. die Lösung eines Konfliktes wird nicht von den Streitschlichtern vorgegeben, sondern von den Kontrahenten erarbeitet. Dabei helfen die Streitschlichter den Betroffenen sich über ihre Gefühle und Interessen klar zu werden und sie verständlich zum Ausdruck zu bringen. Das gemeinsame Ziel ist es, eine Lösung ohne Verlierer zu finden. Durch dieses Projekt werden soziale Kompetenzen wie Einfühlungsvermögen und Teamfähigkeit verstärkt – Schlüsselqualifikationen im weiteren Leben.

Faustlos
Faustlos ist ein für Schulen und Kindergärten entwickeltes, wissenschaftlich evaluiertes Programm zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen und zur Prävention von aggressivem Verhalten. Es ist die deutsche Version des amerikanischen Programms Second Step. Das Curriculum vermittelt auf alters- und entwicklungsadäquate Weise prosoziale Kenntnisse und Fähigkeiten in den Bereichen Empathie, Impulskontrolle und Umgang mit Ärger und Wut. Die drei Bereiche bzw. Einheiten sind in Lektionen unterteilt, die aufeinander aufbauend unterrichtet werden, so dass jeder Jahrgang von der Durchführung des Programmes profitiert.

Mein Körper gehört mir
Das Theaterprogramm „Mein Körper gehört mir“ ist uns sehr wichtig. Es behandelt das Thema, über das ungern gesprochen wird: sexueller Missbrauch. Wir wollen nicht warten, bis etwas passiert und arbeiten daher präventiv. Auf der Homepage der Theaterpädagogischen Werkstatt finden Sie weitere Infos dazu.
Hier ein Auszug:
Kinder wachsen mit körperlicher Nähe auf - und die tut eigentlich immer gut. Aber manche Erwachsene missbrauchen das Vertrauen der Kinder. Und gerade im nahen sozialen Umfeld verschwimmen die Grenzen zwischen Zärtlichkeit und Missbrauch sehr langsam. „Ja, ich mag meinen Onkel. Nein, ich mag nicht, wie er mich gerade anfasst!” Viele Kinder verstummen, wenn sich ihre Ja- und ihre Nein-Gefühle widersprechen. Mit "Mein Körper gehört mir!" ermutigt die theaterpädagogische Werkstatt Kinder deshalb seit über 20 Jahren, ihren Nein-Gefühlen uneingeschränkt zu vertrauen, anderen von ihnen zu erzählen und sich Hilfe zu holen. Kinder, die wissen, wie sie sich in unsicheren Situationen verhalten können, gehen gestärkt durchs Leben. Mit "Mein Körper gehört mir!" werden deshalb ganz praktische Strategien vermittelt. Was kannst du tun, wenn jemand deine körperlichen Grenzen überschreitet? Wie bekommst du Hilfe bei sexueller Gewalt? „Wenn du ein Nein-Gefühl hast, geh zu jemandem und erzähl ihm davon!” So lautet diewichtigste Botschaft. Deshalb nehmen die Kinder am Ende nicht nur Gefühle und Geschichten mit nach Hause, sondern auch eine Telefonnummer, unter der sie Menschen erreichen, die ihnen weiterhelfen können.
Unser Förderverein unterstützt dankenswerterweise schon seit Jahren, dass wir das Programm zu uns an die Schule holen und übernimmt sämtliche Kosten für das Programm. Einen finanziellen Zuschuss erhalten wir auch von der Stadt Lüdenscheid.